REISEBERICHT 4
 

Reisebericht vom 09.06.08 - 16.06.08

So, ist ja schon wieder ne Weile her, dass ich zurück bin, doch das Erlebte muss mal wieder erst sacken, bevor man erzählen kann.
Dieser Besuch war ein wenig anders als der Letzte, doch das werdet Ihr evtl. im Laufe meines Berichts selber feststellen.

Los ging unsere Reise am Montag, den 09.06.08, mitten in der Nacht. Drei Mädels waren wir, die einen Flug nach Málaga gebucht haben.

- Gaby vom Tierschutz Spanien e.V., die schon zweimal in Andújar war.
- Nella, eine Freundin von mir, die ich bei einer Vorkontrolle kennengelernt habe. Sie war zum ersten Mal da unten.
- Und ich. Anja Nachdem im August '07 meine Hündin aus Andújar zu mir kam, wollte ich mir die Situation unten selber einmal anschauen. Ich bin im Dezember '07 mit einer Bekannten das erste Mal dort gewesen.

Damit man auch weiss, wer die 3 Hühner waren. ;-)

Zurück zum Flughafen. Um 4:00 Uhr hatten wir uns am Münchner Flughafen verabredet. Ich war die Erste, die da war und kurz nach mir traf Nella ein. Wir dachten uns, dass Gaby sicher gleich kommen wird, doch da dachten wir falsch.
Mein Handy klingelte und Gaby war dran. Sie meinte, ihre Wecker hätten wegen eines Stromausfalls nicht geklingelt und deswegen wäre sie erst jetzt auf dem Weg. Das wäre ja nicht so schlimm gewesen, wenn nicht schon in einer Stunde Boarding-Time gewesen wäre und Gaby nicht noch mindestens eine Stunde Fahrt vor sich gehabt hätte.
Wir haben also schon mal die nette Dame vom Condor Schalter bearbeitet, dass sie doch BITTE Gaby noch mitkommen lassen sollte. Ganz trocken kam nur zurück: "Um 5:00 Uhr schalten die PC's ab, danach können wir nichts mehr machen!" Danke für die Auskunft!
Um das ganze Zittern ein wenig zu verkürzen: Gaby war um 5:01 Uhr am Flughafen und durfte nicht mehr in den Flieger, obwohl noch Plätze frei waren!

Nella und ich sind also erstmal allein nach Málaga geflogen. Dort angekommen wurden wir zu unserer Autovermietung gebracht, die gegenüber des Flughafens liegt, um dort unser Auto abzuholen, das wir vorab schon angemietet hatten.

Leider hatte der Mann bei der Autovermietung den reservierten Citroën Berlingo nicht mehr da und musste uns ein anderes Auto anbieten. Ich liess mir das Auto zeigen, tat skeptisch, doch nahm ich es. Der ganze Spass kostete uns gerade mal € 110,- für eine ganze Woche! Danke Autovermietung! (www.marbesol.de)

Ach, kleiner Tipp: Wenn man Sie netterweise fragt, ob Sie eine Reifen- und Scheibenversicherung abschliessen wollen, TUN SIE ES! (dazu nachher mehr)

Nachdem wir das Auto endlich beladen hatten, fuhren wir Richtung Andújar.
Wie abgemacht, rief ich Marga an, als wir 2,5 Stunden später den Bahnhof von Andújar erreichten. Sie war ganz aufgeregt und meinte, sie würde Nuria schicken, denn sie selbst sei noch am Saubermachen im neuen Refugio. NEUES REFUGIO!!! Ich war ganz hin und weg und freute mich wie ein kleines Kind.
Im Dezember '07 sahen wir das Grundstück zum ersten Mal und da stand dort noch überhaupt gar nichts. Und jetzt waren alle Hunde da!

Dezember '07:

 

 

 


 

Juni '08:

Ich konnte es kaum glauben. Nuria holte uns also ab und wir fuhren hinterher.
Der Weg ist nicht weit und so konnten wir nach ein paar Minuten von der "Strasse" (Reifen- und Scheibenversicherung!!!!) aus das Refugio schon sehen.
Vorbei an Pferden, die am Strick in der prallen Sonne standen, und Hunden, die in zu kleinen Zwingern leben mussten. Genaus wie an meinem "besten Freund", dem armen angeketteten Mastin, der uns im Dezember '07 schon so unfreundlich begrüsste.

Endlich angekommen, war ich noch total überfordert mit den ganzen Eindrücken. Erstmal Marga suchen und die Zwinger anschauen. Diese sind natürlich total überfüllt, denn sie wollten ja so viele Hunde wie möglich aus der Perrera mitnehmen. In den Zwingern mit den kleinen Hunden sind teilweise bis zu neun Hunde. Bei den grösseren bis zu vier. Es waren so viele Schnauzen dabei, leider jedoch viele alte Bekannte, die bis jetzt immer noch auf ein Zuhause warten.
Meine drei Lieblinge sitzen leider immer noch in Spanien, was ich überhaupt nicht verstehen kann. Aber auf Armani, Nines und Gloti gehe ich später noch ein wenig ein. Vielleicht hilft es ja. ;-)

Nachdem uns die Zwinger alle gezeigt wurden und die Problematik mit den Ausläufen erklärt wurde, schafften wir schnell unsere Sachen in unsere Unterkunft, zogen uns um und packten mit an. Dafür waren wir ja auch gekommen.

Nella fing an, beim Ausputzen der Zwinger mitzuhelfen und ich ging erstmal mit den Hunden in die Ausläufe. Ein Riesenchaos war das.
Der Zaun der Ausläufe ist nicht im Boden verankert, so dass sich die Hunde einfach unter dem Maschendrahtzaun durchwinden und sich lustig über alle Ausläufe verteilten. Anstifterin Nines immer voran. Ein Schlitzohr, die Maus, doch einfach nur liebenswert.

Die meiste Zeit verbrachte ich damit, die Hunde davon abzuhalten, sich über die Ausläufe hin zu verteilen, die undichten Stellen abzudichten und die entlaufenen Hunde wieder einzusammeln.

Mittags fuhr Marga mit uns zu sich nach Hause und versorgte uns mit leckerem Essen. Es war einfach zu heiss, um weiter zu arbeiten. Also genossen wir die kühle Wohnung und ein wenig Ruhe. Wir hatten ja schon einiges erlebt an diesem Tage.

Gegen Abend mussten Nuria und Marga weg, um sich bei einer Autofirma einen Wagen für den nächsten Tag zu mieten. Morgen sollte es nach Alicante gehen, wo einige Hunde vor ihrer Ausreise nach Deutschland gesammelt wurden.
Rebeca erledigte mit uns die letzten Aufgaben wie Medikamente verabreichen und Futter auffüllen und wartete dann mit uns. Vier Stunden später kamen Nuria und Marga mit einer traurigen Miene und einem vollen Transporter zurück. Wir trauten uns gar nicht zu fragen, was los sei, doch die Frage erübrigte sich eh beim Öffnen der Türen. Der Transporter war bis oben voll mit Sachen, die noch in der Perrera gewesen waren. Marga schüttelte nur den Kopf und meinte, dass sie so bald nicht mehr dahin wolle. Ich ersparte uns weitere Fragen. Auto also schnell ausladen und dann mit einem der Welpen (Gaby) ab zum Tierarzt. Nella war einige Stunden vorher aufgefallen, dass sie schwer atmete und ständig den Kopf nach oben riss, um nach Luft zu hapsen.

Nach dem Tierarzt ging es noch schnell zum Einkaufen. Es war immerhin schon 21:30 Uhr und die Geschäfte machten bald zu.

Ach, Gaby (unsere "Flugverpasserin") schickte uns noch eine SMS, dass sie einen Ersatzflug für den nächsten Tag bekäme. Wir freuten uns, doch wollten wir erstmal nur noch schlafen.

TAG 2:
Dienstag, den 10.06.08:

Heute war für mich ein grosser Tag und für elf unserer Hunde auch.
Marga und Nuria kamen gleich in der Frühe, um den Transport für die Reise nach Alicante fertig zu machen. SECHS Stunden Fahrt hatten sie vor sich, doch für ihre Hunde nehmen sie so einiges auf sich. Ich finde das bewundernswert.

Nella und ich machten uns hingegen auf die Reise nach Jaén. Im Dezember '07 hatte ich dort einen Hund entdeckt, der mir seither nicht mehr aus dem Kopf ging. Ein einziges Foto hatte ich von ihm und dieses betrachtete ich jeden Tag.

Heute sollte es endlich soweit sein, dass ich ihn holen darf. Meine Gefühle waren jedoch gemischt. Meine Erinnerungen an Jaén waren keine guten.

Von den vielen anderen Hunden versuchten wir noch soviele Bilder zu machen wie möglich, um sie nach meiner Rückkehr nach Deutschland an die Organisation Viva Animal e.V. (www.viva-animal.com) weiterzuleiten. Diese setzen sich u.a. für die Vermittlung der Hunde aus Jaén ein.

Im Refugio angekommen, empfingen uns Ana und Ricardo herzlich. Gaby zeigten wir erst einmal das Gelände und schon ging es zu Felicia. Eine Galga, die Gaby bei ihrem Besuch im Januar kennen gelernt hat und die sie in schon zwei Tagen mit zu ihrer deren Familie nach Deutschland nehmen würde.
Da Ana und Ricardo mit allem schon fertig waren, machten wir uns etwas zu essen. Während des Essen"machens" (Mikrowellen-Pizza), machten wir eine Entdeckung, die uns alle ein wenig schockte.  Einer der Welpen war im Aufenthaltsraum untergebracht, weil sie von den anderen ständig gemobbt wurde. Als Nella Richtung Toilette ging, fiel ihr folgendes auf:


Diese Würmer von diesem Würmchen!

So etwas habe ich vorher in dieser Auswirkung noch nicht gesehen. Wir gaben Bescheid, um sie zu entwurmen.

Danach ging es rüber zu den Zwingern, um Armani zu holen, mit dem Nella zu unserem Spaziergang aufbrechen wollte. Ein echt toller Hund. Nicht einmal zog er an der Leine und während Ninjo und Felicia am Liebsten alles gejagt hätten, was sie bekommen konnten, blieb Armani brav bei Nella und orientierte sich bei ihr. Ein echter Traumhund!

Abends kamen dann auch Marga und Nuria aus Alicante zurück und hatten Bilder mitgebracht. Diese schauten wir uns noch an, bevor wir müde ins Bett fielen.

TAG 3:
Mittwoch, den 11.06.08:

Der Tag sollte ein wenig Ruhe bringen und so verbrachten wir ihn im Refugio. Nuria und Nella waren am Saubermachen, Gaby und ich versuchten, die Lücken im Zaun zu schliessen, Bilder zu machen und uns ein paar Hunde genauer anzusehen. Dabei fiel uns eine Galga ganz besonders auf. Nella und ich haben sie die Tage vorher schon gesehen und uns gefragt, wieso sie immer nur im Zwinger liegt und nie aufsteht. Ihr Name war Caramba. Nuria half ihr beim Aufstehen, um in den Auslauf zu gehen und dabei sahen wir etwas, was wir lieber nicht gesehen hätten.

Caramba wurde angefahren, bevor sie in die Perrera kam. Sie war in einem schlimmen Zustand. Gaby machte Bilder und schaute sie sich genauer an (Gaby ist angehende Physiotherapeutin). Sie versprach, in Deutschland alles in Bewegung zu setzen, um sie daraus zu bekommen. Inzwischen wurde Caramba von Viva Animal e.V. übernommen und befindet sich in einer Pflegestelle, bis sie operiert werden kann.

Abends fuhren wir zu Marga nach Hause, um dort für die Spanier zu kochen. Marga hatte sich von Gaby im Januar gewünscht, dass wir für sie bei unserem nächsten Besuch kochen. Also taten wir das natürlich gerne.

Sobald alles fertig war, ging es zurück ins Refugio, wo alle Helfer mit uns zusammen aßen.
Uns wurde einiges vom Umzug erzählt und es war ein richtig netter Abend.

TAG 4:
Donnerstag, den 12.06.08:

Heute war schon der Tag von Gaby's Abreise. Gegen Mittag mussten wir los, daher war mein Tag im Tierheim nicht allzu lang.
Gegen 10:00 Uhr hiess es wieder Anpacken und alles erledigen, was es so zu tun gab.
Mittags bot Nuria uns an, uns Essen vom Chinesen zu holen. Nella fuhr mit ihr und Gaby und ich blieben mit Marga im Refugio. Eine Freundin von Marga hatte sich mit ihrer Boxer-Hündin angekündigt.  Nach einem kleinen Unfall hatte die Hündin immer wieder Beschwerden mit den Pfoten und Gaby war so nett, sich den Hund anzusehen. Für mich wurde wieder einmal klar, dass es wohl nur 2 Sorten von Spaniern gibt. Die einen lieben ihre Hunde, die anderen benutzen sie nur.
Diese Frau liebt ihre Hündin, was man leider auch an ihrem Gewicht sah. Das war leider eines der Hauptprobleme, doch die Dame war sehr einsichtig, liess sich von Gaby noch ein paar Tipps geben, um ihrem Hund etwas Gutes zu tun und bedankte sich 1000 Mal.
Nach dem Essen ging es für Gaby und mich auch schon los. Felicia fertig machen, samt Box ins Auto packen und los ging's. Wir hatten immerhin noch 2,5 Stunden Fahrt vor uns. Nella blieb lieber im Tierheim, um Nuria zu helfen.
In Málaga angekommen verpassten wir natürlich gleich einmal die Ausfahrt zum Flughafen, doch dank eines lieben Freundes, der in Málaga studiert und Gaby's Orientierungssinnes, fanden wir den Weg zurück und kamen pünktlich am Flughafen an. Ich half Gaby noch bis zum Schalter und verabschiedete mich dann von ihr.

TAG 5:
Freitag, der 13.06.08:

EIN HAMMER TAG!

Heute passierte das, womit wir gar nicht mehr rechneten. Ich erwähnte doch, dass es im Lidl kein Obst und Gemüse mehr wegen des Streiks gab. Naja, wegen dem Streik gab es nicht nur keine Lebensmittel mehr, sondern auch keine Zustellungen. Wir warteten also schon seit Tagen auf eine Lieferung von Steinen, um endlich die Zwinger absichern zu können, und heute kamen sie!

Marga's Augen fingen an zu strahlen, wie die eines Kindes an Weihnachten. Sie freute sich so und das freute uns. Ihre Worte höre ich jetzt noch genau: "Anja, I'm so happy. I think tonight will be the first night I can sleep" (dt. "Anja, ich bin so glücklich. Ich denke heute Nacht ist die erste Nacht, die ich schlafen kann.") Sie machte sich solche Sorgen, dass sie nicht mehr richtig schlafen konnte und das sah man ihr leider auch langsam an.

Die Ladung, die kam, reichte für knapp 4 Ausläufe und kostet € 240,-. Es sind lange noch nicht alle Zwinger gesichert und daher wären wir über eine Spende sehr dankbar.

Es wurde keine Minute verschwendet und so begannen wir gleich wieder mit der Arbeit. Marga und Nella machten fertig sauber und ich fing an, den Zaun abzudichten, damit die Hunde so schnell wie möglich in den Auslauf konnten. Unser Ziel ist es ja, den Hunden die Möglichkeit zu geben, den ganzen Tag im Auslauf zu sein, was bis jetzt leider noch nicht ganz möglich ist.

Mittags wurde wieder Pause gemacht, da wir zwischenzeitlich bis zu 35° C hatten. Abends wurde dafür umso mehr angepackt. Nella und ich wollten wenigstens einen Zwinger fertig haben, bevor die Spanier wiederkamen, was uns auch gelang. Und Marga freute sich so sehr. ALLE halfen mit und so kamen wir gut voran.

TAG 6:
Samstag, den 14.06.08:

Heute war Nella's Abreisetag. Da ihre Schwester am Montag heiratete, musste sie einen früheren Flug nehmen und flog von Madrid nach Frankfurt/M.. Von da aus ging's mit dem Zug nach München. Was man nicht alles für die Familie tut. ;-)

Es hiess also mal wieder Autofahren. Um 7:00 Uhr fuhren wir los, denn um 10:30 Uhr wollten wir in Madrid sein. Ich war noch nie da und so mussten wir uns auch dort erstmal wieder durch die Schilderwüste kämpfen. Pünktlich angekommen liess ich Nella am Flughafen leider nur raus, verabschiedete mich und musste leider schon wieder los. Die Parkmöglichkeiten am Flughafen sind bescheiden!
Gegen Mittag war ich zurück im Tierheim, sagte nur kurz "Hallo" und fiel erstmal ins Bett. Ich danke dem Erfinder der Klimaanlage!!! Es war so unheimlich heiss an diesem Tag, dass auch die Spanier früher gingen und erst sehr spät wiederkamen.
Ich nutzte die Zeit, um ein wenig Energie zu tanken, mich mal nur um meinen Hund zu kümmern und Fotos zu machen. Der Tag tat wirklich gut, denn es war doch einiges an Eindrücken zu verarbeiten.

Abends wurde wieder fleissig angepackt, die Zäune weiter abgedichtet und mit Zement die grössten Schwachstellen verschlossen.
Marga schlief die Nacht bei mir im Refugio, damit mich keiner klauen kann. ;-)

TAG 7:
Sonntag, den 15.06.2008:

So, da war er auch schon, mein letzter Tag. Marga stand wahnsinnig früh auf, um die Zwinger vorzureinigen. Ana und Ricardo wollten noch kommen, um mit mir dann ordentlich sauberzumachen. Um 11:00 Uhr fuhr Marga dann auch schon wieder, um Zuhause noch sauber zu machen. Wo zum Teufel, nimmt diese Frau nur diese Energie her?
Mittags kam sie dann mit Juanji noch zum Essen ins Tierheim, damit ich nicht so alleine bin. Nach dem Essen musste ich aber auch schon so langsam anfangen, alles und jeden reisefertig zu machen. Die Box musste fertig gemacht werden für Ninjo, es musste nochmal getankt werden und packen sollte ich ja auch noch. Die Zeit verging wie im Fluge. Bis ich vom Tanken zurückkam, waren Ana und ihr Mann auch schon da. Es wurden alle Tiere versorgt, die Pflanzen wieder aufgestellt (Ricardo hat da sein Lebenswerk draus gemacht) und die Zwinger mal wieder mit neuen Abdeckplanen bespannt, damit die Hunde ein wenig mehr Schatten haben. Hierzu werden übrigens immer wieder Kabelbinder und handelsübliche Abdeckplanen aus dem Baumarkt benötigt, die gerne gespendet werden dürfen. Die Hunde werden es Ihnen danken.

Abends nahm ich mir noch Zeit für eines meiner Sorgenkinder. Gloti war früher einer von drei Hunden, die sich ein Mann auf seinem Balkon hielt. Die anderen beiden sind bereits vermittelt, und um sie nicht allein bei diesem Mann zu lassen, wurde sie ins Tierheim geholt, was ihr jedoch gar nicht gut tat. Sie sah schlecht aus. Sie hatte stark abgenommen und stand sehr unter Stress. Ana erklärte mir, dass sie sich die erste Zeit nicht anfassen liess, sich das jedoch inzwischen gebessert habe. Angst hatte sie jedoch immer noch.

Das war der Moment, auf den ich die ganze Zeit gewartet hatte. Gloti hielt meine Hand fest und mir kamen die Tränen. Ich flüsterte ihr zu, dass ich alles tun werde, um sie da rauszuholen. Ich habe mein Versprechen gehalten. Dank Gaby ist Gloti jetzt auf einer Pflegestelle in Deutschland.

Für mich kam langsam der Zeitpunkt, mich noch für ein paar Stunden hinzulegen. Marga und ihr Mann waren bei mir im Refugio geblieben. 3 Stunden später klingelte auch schon der Wecker. Letzte Sachen zusammengepackt, Ninjo in die Box und die Box ins Auto gehoben und auf ging die Reise, die noch soviel für uns bereithalten sollte.

TAG 8:
Montag, der 16.06.08:

Es fing alles so gut an, doch dann kam alles anders.

Um halb Vier fuhren mein Engel und ich Richtung Flughafen los. Die gesamte Fahrt kam kein Mucks von ihm und ich war erstaunlich wach. An der Autovermietung lief auch alles glatt und mein befürchtetes Umladen blieb mir auch erspart. Der nette Mann des Nachtdienstes fuhr mich mit dem Auto rüber zum Flughafen und half mir sogar noch beim Ausladen. Das Auto schaute er sich zum Glück nicht so genau an, denn der Weg zum Refugio hinterliess seine Spuren. Da haben wir die Versicherung der Scheiben und Reifen wieder. ABSCHLIESSEN!

Am Flughafen war es noch zu früh, um einzuschecken und so nahm ich mir die Zeit, endlich mal wieder einen Kaffee zu trinken.
Ich musste ja noch auf eine Frau warten, die mir einen Hund für's Handgepäck bringen wollte. Die Familie wartete schon ganz sehnsüchtig in München. Um 9:30 Uhr sollte mein Flieger gehen und als ich am Flughafen war, war es kurz vor 7:00 Uhr. Plötzlich klingelte mein Telefon. Das kannte ich doch irgendwoher. Die Frau mit dem Hund war dran und meinte, ihr Auto würde nicht anspringen, sie würde jedoch ein Taxi rufen und gleich kommen. Ich solle bitte warten. Das tat ich dann auch. Leider ewig. Der Frühverkehr hielt sie auf und so checkte ich dann um kurz nach 8:00 Uhr doch schon mal ein. Es wurde ja auch so langsam Zeit, denn Ninjo musste ja noch am Sperrgepäck abgegeben werden. Auf dem Weg zum Schalter kam mir dann auch eine kleine Tasche samt kleinem Inhalt entgegen. Ich war erleichtert und ging entspannt zum Sperrgepäckschalter. Da war nur leider kein Mensch. Ich wartete 20 Minuten, bis sich endlich jemand für mich zuständig fühlte. Dieser griff jedoch erstmal zum Telefon, setzte sich hin und las seine Zeitung. Englisch sprach er leider nicht und so rief ich einen Bekannten an und bat zu übersetzen. Mir wurde dann erklärt, dass erst jemand von der Fluggesellschaft kommen muss, um beim Durchleuchten der Box dabei zu sein. Ich wartete also wieder. Die Zeit wurde doch langsam knapp und Boarding Time war in 5 Minuten. Ich wurde unruhig und rannte zum Büro der Fluggesellschaft. Schon wieder war jemand beim Kaffeetrinken.  Am Flughafen Málaga sollte man arbeiten! Ich habe also wild auf den Mann in Englisch eingeredet. Der hat natürlich kein Wort verstanden. Spanisch fluchen kann ich nicht, also packte ich ihn, rannte mit ihm an der Hand los, fluchte auf Deutsch vor mich hin und stellte ihn an diesen blöden Apparat. Spätestens jetzt verstand auch er, was ich wollte. Das Ganze musste jetzt recht schnell gehen. Also Ninjo aus der Box raus, Box durchleuchtet, Ninjo wieder rein (sorry mein Engel) und zum Zoll gerannt. Da noch schnell die Tasche meines Handgepäck-Hundes durchleuchten lassen und ab in den Flieger. Hinter mir wurden die Türen geschlossen  und schon ging es los. Ich hatte kein gutes Gefühl wegen Ninjo, doch ich konnte jetzt nichts mehr ändern.
Total verheult und verschwitzt liess ich mich in meine eigene Reihe fallen. Die wussten schon wieso, doch das merkte ich erst Zuhause.
Den Flug habe ich geschlafen und so waren wir extrem schnell in München. Gepäck geholt und dann zur Sperrgepäck-Ausgabe. Alle bekamen ihre Sachen und auch die zweite grosse Box kam, doch nirgendwo war meine Box zu sehen. Die Bänder wurden abgeschaltet und ich bekam Angst. Eine Frau von der Condor kam vorbei und ich sagte ihr, dass mein Hund nicht da sei. Sie bat mich in ihr Büro und funkte die Herren vom Rollfeld an, um zu fragen, wie viele Boxen in dem Flieger waren. Die Antwort war zuviel für mich. "Eine". Ich brach erstmal zusammen. Immerhin war ich schon seit 10 Stunden auf den Beinen, hatte einigen Stress hinter mir und dann ist mein Hund nicht da, auf den ich so lange gewartet hatte.
Der Handgepäck-Hund wurde inzwischen zu seinen Besitzern gebracht und ich saß total verstört und am ganzen Körper zitternd in diesem Büro. Eine Stunde war seit der Landung vergangen und keiner wusste, wo Ninjo war.
Plötzlich kam per Funk die Meldung "Wir haben da ne Box gefunden. Die stand noch auf dem Rollfeld. Wir bringen die jetzt mal hoch!" Auf dem Rollfeld!!!! Mein armer Hund! Mit Menschen kann er doch nicht so viel anfangen und dann noch der Krach auf dem Rollfeld, abgesehen von den vielen unbekannten Dingen um ihn herum. Ich wusste nicht, ob ich jemanden anschreien oder einfach nur weinen sollte. Ich tat nichts von Beidem, denn als ich die Box sah, war ich einfach nur erleichtert.
Ich wollte nur noch Heim, also Ninjo schnell wie möglich ins Auto gepackt und ab nach Hause.

Meine Hündin und er verstanden sich von Anfang an super. Er suchte die Nähe zu ihr und sie gab ihm die Sicherheit.  Langsam fruchtet das Training auch und Ninjo nähert sich mir. 2 Jahre ohne grossen Menschenkontakt haben ihn einfach geprägt.
Jeden Tag sehe ich in seine Augen und bereue mal wieder keine einzige Sekunde.
Dieser Hund war es wert und Andújar ist es sowieso jedes mal wieder.
Im Oktober sind Gaby und ich wieder da und werden neue Erfahrungen mitbringen.

Bis dann,
Anja

Ach, man merkt übrigens erst nach dem Duschen, wieso man im Flugzeug eine Reihe für sich hatte. ;-)