REISEBERICHT 4
Reisebericht vom 09.06.08 - 16.06.08
So, ist ja
schon wieder ne Weile her, dass ich zurück bin, doch das Erlebte muss mal wieder
erst sacken, bevor man erzählen kann.
Dieser Besuch war ein wenig anders als der Letzte, doch das werdet Ihr evtl. im
Laufe meines Berichts selber feststellen.
Los ging unsere
Reise am Montag, den 09.06.08, mitten in der Nacht. Drei Mädels waren wir, die
einen Flug nach Málaga gebucht haben.
- Gaby vom Tierschutz Spanien e.V., die schon zweimal in Andújar war.
- Nella, eine Freundin von mir, die ich bei einer Vorkontrolle kennengelernt
habe. Sie war zum ersten Mal da unten.
- Und ich. Anja Nachdem im August '07 meine Hündin aus Andújar zu mir kam,
wollte ich mir die Situation unten selber einmal anschauen. Ich bin im Dezember
'07 mit einer Bekannten das erste Mal dort gewesen.
Damit man auch weiss, wer die 3 Hühner waren. ;-)
Zurück zum
Flughafen. Um 4:00 Uhr hatten wir uns am Münchner Flughafen verabredet. Ich war
die Erste, die da war und kurz nach mir traf Nella ein. Wir dachten uns, dass
Gaby sicher gleich kommen wird, doch da dachten wir falsch.
Mein Handy klingelte und Gaby war dran. Sie meinte, ihre Wecker hätten wegen
eines Stromausfalls nicht geklingelt und deswegen wäre sie erst jetzt auf dem
Weg. Das wäre ja nicht so schlimm gewesen, wenn nicht schon in einer Stunde
Boarding-Time gewesen wäre und Gaby nicht noch mindestens eine Stunde Fahrt vor
sich gehabt hätte.
Wir haben also schon mal die nette Dame vom Condor Schalter bearbeitet, dass sie
doch BITTE Gaby noch mitkommen lassen sollte. Ganz trocken kam nur zurück: "Um
5:00 Uhr schalten die PC's ab, danach können wir nichts mehr machen!" Danke für
die Auskunft!
Um das ganze Zittern ein wenig zu verkürzen: Gaby war um 5:01 Uhr am Flughafen
und durfte nicht mehr in den Flieger, obwohl noch Plätze frei waren!
Nella und ich sind also erstmal allein nach Málaga geflogen. Dort angekommen wurden wir zu unserer Autovermietung gebracht, die gegenüber des Flughafens liegt, um dort unser Auto abzuholen, das wir vorab schon angemietet hatten.

Leider hatte der Mann bei der Autovermietung den reservierten Citroën Berlingo nicht mehr da und musste uns ein anderes Auto anbieten. Ich liess mir das Auto zeigen, tat skeptisch, doch nahm ich es. Der ganze Spass kostete uns gerade mal € 110,- für eine ganze Woche! Danke Autovermietung! (www.marbesol.de)

Ach, kleiner Tipp: Wenn man Sie netterweise fragt, ob Sie eine Reifen- und Scheibenversicherung abschliessen wollen, TUN SIE ES! (dazu nachher mehr)
Nachdem wir das
Auto endlich beladen hatten, fuhren wir Richtung Andújar.
Wie abgemacht, rief ich Marga an, als wir 2,5 Stunden später den Bahnhof von
Andújar erreichten. Sie war ganz aufgeregt und meinte, sie würde Nuria schicken,
denn sie selbst sei noch am Saubermachen im neuen Refugio. NEUES REFUGIO!!! Ich
war ganz hin und weg und freute mich wie ein kleines Kind.
Im Dezember '07 sahen wir das Grundstück zum ersten Mal und da stand dort noch
überhaupt gar nichts. Und jetzt waren alle Hunde da!
Dezember '07:

Juni '08:

Ich konnte es kaum glauben.
Nuria holte uns also ab und wir fuhren hinterher.
Der Weg ist nicht weit und so konnten wir nach ein paar Minuten von der
"Strasse" (Reifen- und Scheibenversicherung!!!!) aus das Refugio schon sehen.
Vorbei an Pferden, die am Strick in der prallen Sonne standen, und Hunden, die
in zu kleinen Zwingern leben mussten. Genaus wie an meinem "besten Freund", dem
armen angeketteten Mastin, der uns im Dezember '07 schon so unfreundlich
begrüsste.


Endlich angekommen, war ich noch total
überfordert mit den ganzen Eindrücken. Erstmal Marga suchen und die Zwinger
anschauen. Diese sind natürlich total überfüllt, denn sie wollten ja so viele
Hunde wie möglich aus der Perrera mitnehmen. In den Zwingern mit den kleinen
Hunden sind teilweise bis zu neun Hunde. Bei den grösseren bis zu vier. Es waren
so viele Schnauzen dabei, leider jedoch viele alte Bekannte, die bis jetzt immer
noch auf ein Zuhause warten.
Meine drei Lieblinge sitzen leider immer noch in Spanien, was ich überhaupt
nicht verstehen kann. Aber auf Armani, Nines und Gloti gehe ich später noch ein
wenig ein. Vielleicht hilft es ja. ;-)
Nachdem uns die Zwinger alle gezeigt wurden und die Problematik mit den Ausläufen erklärt wurde, schafften wir schnell unsere Sachen in unsere Unterkunft, zogen uns um und packten mit an. Dafür waren wir ja auch gekommen.

Nella fing an, beim Ausputzen der Zwinger
mitzuhelfen und ich ging erstmal mit den Hunden in die Ausläufe. Ein Riesenchaos
war das.
Der Zaun der Ausläufe ist nicht im Boden verankert, so dass sich die Hunde
einfach unter dem Maschendrahtzaun durchwinden und sich lustig über alle
Ausläufe verteilten. Anstifterin Nines immer voran. Ein Schlitzohr, die Maus,
doch einfach nur liebenswert.

Die meiste Zeit verbrachte ich damit, die
Hunde davon abzuhalten, sich über die Ausläufe hin zu verteilen, die undichten
Stellen abzudichten und die entlaufenen Hunde wieder einzusammeln.
Mittags fuhr Marga mit uns zu sich nach Hause und versorgte uns mit leckerem
Essen. Es war einfach zu heiss, um weiter zu arbeiten. Also genossen wir die
kühle Wohnung und ein wenig Ruhe. Wir hatten ja schon einiges erlebt an diesem
Tage.
Gegen Abend mussten Nuria und Marga weg, um
sich bei einer Autofirma einen Wagen für den nächsten Tag zu mieten. Morgen
sollte es nach Alicante gehen, wo einige Hunde vor ihrer Ausreise nach
Deutschland gesammelt wurden.
Rebeca erledigte mit uns die letzten Aufgaben wie Medikamente verabreichen und
Futter auffüllen und wartete dann mit uns. Vier Stunden später kamen Nuria und
Marga mit einer traurigen Miene und einem vollen Transporter zurück. Wir trauten
uns gar nicht zu fragen, was los sei, doch die Frage erübrigte sich eh beim
Öffnen der Türen. Der Transporter war bis oben voll mit Sachen, die noch in der
Perrera gewesen waren. Marga schüttelte nur den Kopf und meinte, dass sie so
bald nicht mehr dahin wolle. Ich ersparte uns weitere Fragen. Auto also schnell
ausladen und dann mit einem der Welpen (Gaby) ab zum Tierarzt. Nella war einige
Stunden vorher aufgefallen, dass sie schwer atmete und ständig den Kopf nach
oben riss, um nach Luft zu hapsen.

Nach dem Tierarzt ging es noch schnell zum
Einkaufen. Es war immerhin schon 21:30 Uhr und die Geschäfte machten bald zu.
Ach, Gaby (unsere "Flugverpasserin") schickte uns noch eine SMS, dass sie einen
Ersatzflug für den nächsten Tag bekäme. Wir freuten uns, doch wollten wir
erstmal nur noch schlafen.
TAG 2:
Dienstag, den 10.06.08:
Heute war für mich ein grosser Tag und für
elf unserer Hunde auch.
Marga und Nuria kamen gleich in der Frühe, um den Transport für die Reise nach
Alicante fertig zu machen. SECHS Stunden Fahrt hatten sie vor sich, doch für
ihre Hunde nehmen sie so einiges auf sich. Ich finde das bewundernswert.
Nella und ich machten uns hingegen auf die Reise nach Jaén. Im Dezember '07 hatte ich dort einen Hund entdeckt, der mir seither nicht mehr aus dem Kopf ging. Ein einziges Foto hatte ich von ihm und dieses betrachtete ich jeden Tag.

Heute sollte es endlich soweit sein, dass ich ihn holen darf. Meine Gefühle waren jedoch gemischt. Meine Erinnerungen an Jaén waren keine guten.

Von den vielen anderen Hunden versuchten wir noch soviele Bilder zu machen wie möglich, um sie nach meiner Rückkehr nach Deutschland an die Organisation Viva Animal e.V. (www.viva-animal.com) weiterzuleiten. Diese setzen sich u.a. für die Vermittlung der Hunde aus Jaén ein.

Im Refugio angekommen, empfingen uns Ana und
Ricardo herzlich. Gaby zeigten wir erst einmal das Gelände und schon ging es zu
Felicia. Eine Galga, die Gaby bei ihrem Besuch im Januar kennen gelernt hat und
die sie in schon zwei Tagen mit zu ihrer deren Familie nach Deutschland nehmen
würde.
Da Ana und Ricardo mit allem schon fertig waren, machten wir uns etwas zu essen.
Während des Essen"machens" (Mikrowellen-Pizza), machten wir eine Entdeckung, die
uns alle ein wenig schockte. Einer der Welpen war im Aufenthaltsraum
untergebracht, weil sie von den anderen ständig gemobbt wurde. Als Nella
Richtung Toilette ging, fiel ihr folgendes auf:


Diese Würmer von diesem Würmchen!
So etwas habe ich vorher in dieser Auswirkung noch nicht gesehen. Wir gaben Bescheid, um sie zu entwurmen.
Danach ging es rüber zu den Zwingern, um Armani zu holen, mit dem Nella zu unserem Spaziergang aufbrechen wollte. Ein echt toller Hund. Nicht einmal zog er an der Leine und während Ninjo und Felicia am Liebsten alles gejagt hätten, was sie bekommen konnten, blieb Armani brav bei Nella und orientierte sich bei ihr. Ein echter Traumhund!

Abends kamen dann auch Marga und Nuria aus Alicante zurück und hatten Bilder mitgebracht. Diese schauten wir uns noch an, bevor wir müde ins Bett fielen.
TAG 3:
Mittwoch, den 11.06.08:
Der Tag sollte ein wenig Ruhe bringen und so verbrachten wir ihn im Refugio. Nuria und Nella waren am Saubermachen, Gaby und ich versuchten, die Lücken im Zaun zu schliessen, Bilder zu machen und uns ein paar Hunde genauer anzusehen. Dabei fiel uns eine Galga ganz besonders auf. Nella und ich haben sie die Tage vorher schon gesehen und uns gefragt, wieso sie immer nur im Zwinger liegt und nie aufsteht. Ihr Name war Caramba. Nuria half ihr beim Aufstehen, um in den Auslauf zu gehen und dabei sahen wir etwas, was wir lieber nicht gesehen hätten.

Caramba wurde angefahren, bevor sie in die Perrera kam. Sie war in einem schlimmen Zustand. Gaby machte Bilder und schaute sie sich genauer an (Gaby ist angehende Physiotherapeutin). Sie versprach, in Deutschland alles in Bewegung zu setzen, um sie daraus zu bekommen. Inzwischen wurde Caramba von Viva Animal e.V. übernommen und befindet sich in einer Pflegestelle, bis sie operiert werden kann.
Abends fuhren wir zu Marga nach Hause, um dort für die Spanier zu kochen. Marga hatte sich von Gaby im Januar gewünscht, dass wir für sie bei unserem nächsten Besuch kochen. Also taten wir das natürlich gerne.

Sobald alles fertig war, ging es zurück ins
Refugio, wo alle Helfer mit uns zusammen aßen.
Uns wurde einiges vom Umzug erzählt und es war ein richtig netter Abend.
TAG 4:
Donnerstag, den 12.06.08:
Heute war schon der Tag von Gaby's Abreise.
Gegen Mittag mussten wir los, daher war mein Tag im Tierheim nicht allzu lang.
Gegen 10:00 Uhr hiess es wieder Anpacken und alles erledigen, was es so zu tun
gab.
Mittags bot Nuria uns an, uns Essen vom Chinesen zu holen. Nella fuhr mit ihr
und Gaby und ich blieben mit Marga im Refugio. Eine Freundin von Marga hatte
sich mit ihrer Boxer-Hündin angekündigt. Nach einem kleinen Unfall hatte
die Hündin immer wieder Beschwerden mit den Pfoten und Gaby war so nett, sich
den Hund anzusehen. Für mich wurde wieder einmal klar, dass es wohl nur 2 Sorten
von Spaniern gibt. Die einen lieben ihre Hunde, die anderen benutzen sie nur.
Diese Frau liebt ihre Hündin, was man leider auch an ihrem Gewicht sah. Das war
leider eines der Hauptprobleme, doch die Dame war sehr einsichtig, liess sich
von Gaby noch ein paar Tipps geben, um ihrem Hund etwas Gutes zu tun und
bedankte sich 1000 Mal.
Nach dem Essen ging es für Gaby und mich auch schon los. Felicia fertig machen,
samt Box ins Auto packen und los ging's. Wir hatten immerhin noch 2,5 Stunden
Fahrt vor uns. Nella blieb lieber im Tierheim, um Nuria zu helfen.
In Málaga angekommen verpassten wir natürlich gleich einmal die Ausfahrt zum
Flughafen, doch dank eines lieben Freundes, der in Málaga studiert und Gaby's
Orientierungssinnes, fanden wir den Weg zurück und kamen pünktlich am Flughafen
an. Ich half Gaby noch bis zum Schalter und verabschiedete mich dann von ihr.

TAG 5:
Freitag, der 13.06.08:
EIN HAMMER TAG!
Heute passierte das, womit wir gar nicht mehr rechneten. Ich erwähnte doch, dass es im Lidl kein Obst und Gemüse mehr wegen des Streiks gab. Naja, wegen dem Streik gab es nicht nur keine Lebensmittel mehr, sondern auch keine Zustellungen. Wir warteten also schon seit Tagen auf eine Lieferung von Steinen, um endlich die Zwinger absichern zu können, und heute kamen sie!
Marga's Augen fingen an zu strahlen, wie die eines Kindes an Weihnachten. Sie freute sich so und das freute uns. Ihre Worte höre ich jetzt noch genau: "Anja, I'm so happy. I think tonight will be the first night I can sleep" (dt. "Anja, ich bin so glücklich. Ich denke heute Nacht ist die erste Nacht, die ich schlafen kann.") Sie machte sich solche Sorgen, dass sie nicht mehr richtig schlafen konnte und das sah man ihr leider auch langsam an.


Die Ladung, die kam, reichte für knapp 4 Ausläufe und kostet € 240,-. Es sind lange noch nicht alle Zwinger gesichert und daher wären wir über eine Spende sehr dankbar.
Es wurde keine Minute verschwendet und so begannen wir gleich wieder mit der Arbeit. Marga und Nella machten fertig sauber und ich fing an, den Zaun abzudichten, damit die Hunde so schnell wie möglich in den Auslauf konnten. Unser Ziel ist es ja, den Hunden die Möglichkeit zu geben, den ganzen Tag im Auslauf zu sein, was bis jetzt leider noch nicht ganz möglich ist.
Mittags wurde wieder Pause gemacht, da wir zwischenzeitlich bis zu 35° C hatten. Abends wurde dafür umso mehr angepackt. Nella und ich wollten wenigstens einen Zwinger fertig haben, bevor die Spanier wiederkamen, was uns auch gelang. Und Marga freute sich so sehr. ALLE halfen mit und so kamen wir gut voran.

TAG 6:
Samstag, den 14.06.08:
Heute war Nella's Abreisetag. Da ihre Schwester am Montag heiratete, musste sie einen früheren Flug nehmen und flog von Madrid nach Frankfurt/M.. Von da aus ging's mit dem Zug nach München. Was man nicht alles für die Familie tut. ;-)
Es hiess also mal wieder Autofahren. Um 7:00
Uhr fuhren wir los, denn um 10:30 Uhr wollten wir in Madrid sein. Ich war noch
nie da und so mussten wir uns auch dort erstmal wieder durch die Schilderwüste
kämpfen. Pünktlich angekommen liess ich Nella am Flughafen leider nur raus,
verabschiedete mich und musste leider schon wieder los. Die Parkmöglichkeiten am
Flughafen sind bescheiden!
Gegen Mittag war ich zurück im Tierheim, sagte nur kurz "Hallo" und fiel erstmal
ins Bett. Ich danke dem Erfinder der Klimaanlage!!! Es war so unheimlich heiss
an diesem Tag, dass auch die Spanier früher gingen und erst sehr spät
wiederkamen.
Ich nutzte die Zeit, um ein wenig Energie zu tanken, mich mal nur um meinen Hund
zu kümmern und Fotos zu machen. Der Tag tat wirklich gut, denn es war doch
einiges an Eindrücken zu verarbeiten.
Abends wurde wieder fleissig angepackt, die
Zäune weiter abgedichtet und mit Zement die grössten Schwachstellen
verschlossen.
Marga schlief die Nacht bei mir im Refugio, damit mich keiner klauen kann. ;-)

TAG 7:
Sonntag, den 15.06.2008:
So, da war er auch schon, mein letzter Tag.
Marga stand wahnsinnig früh auf, um die Zwinger vorzureinigen. Ana und Ricardo
wollten noch kommen, um mit mir dann ordentlich sauberzumachen. Um 11:00 Uhr
fuhr Marga dann auch schon wieder, um Zuhause noch sauber zu machen. Wo zum
Teufel, nimmt diese Frau nur diese Energie her?
Mittags kam sie dann mit Juanji noch zum Essen ins Tierheim, damit ich nicht so
alleine bin. Nach dem Essen musste ich aber auch schon so langsam anfangen,
alles und jeden reisefertig zu machen. Die Box musste fertig gemacht werden für
Ninjo, es musste nochmal getankt werden und packen sollte ich ja auch noch. Die
Zeit verging wie im Fluge. Bis ich vom Tanken zurückkam, waren Ana und ihr Mann
auch schon da. Es wurden alle Tiere versorgt, die Pflanzen wieder aufgestellt
(Ricardo hat da sein Lebenswerk draus gemacht) und die Zwinger mal wieder mit
neuen Abdeckplanen bespannt, damit die Hunde ein wenig mehr Schatten haben.
Hierzu werden übrigens immer wieder Kabelbinder und handelsübliche Abdeckplanen
aus dem Baumarkt benötigt, die gerne gespendet werden dürfen. Die Hunde werden
es Ihnen danken.

Abends nahm ich mir noch Zeit für eines meiner Sorgenkinder. Gloti war früher einer von drei Hunden, die sich ein Mann auf seinem Balkon hielt. Die anderen beiden sind bereits vermittelt, und um sie nicht allein bei diesem Mann zu lassen, wurde sie ins Tierheim geholt, was ihr jedoch gar nicht gut tat. Sie sah schlecht aus. Sie hatte stark abgenommen und stand sehr unter Stress. Ana erklärte mir, dass sie sich die erste Zeit nicht anfassen liess, sich das jedoch inzwischen gebessert habe. Angst hatte sie jedoch immer noch.

Das war der Moment, auf den ich die ganze Zeit gewartet hatte. Gloti hielt meine Hand fest und mir kamen die Tränen. Ich flüsterte ihr zu, dass ich alles tun werde, um sie da rauszuholen. Ich habe mein Versprechen gehalten. Dank Gaby ist Gloti jetzt auf einer Pflegestelle in Deutschland.
Für mich kam langsam der Zeitpunkt, mich noch für ein paar Stunden hinzulegen. Marga und ihr Mann waren bei mir im Refugio geblieben. 3 Stunden später klingelte auch schon der Wecker. Letzte Sachen zusammengepackt, Ninjo in die Box und die Box ins Auto gehoben und auf ging die Reise, die noch soviel für uns bereithalten sollte.
TAG 8:
Montag, der 16.06.08:
Es fing alles so gut an, doch dann kam alles anders.
Um halb Vier fuhren mein Engel und ich Richtung Flughafen los. Die gesamte Fahrt kam kein Mucks von ihm und ich war erstaunlich wach. An der Autovermietung lief auch alles glatt und mein befürchtetes Umladen blieb mir auch erspart. Der nette Mann des Nachtdienstes fuhr mich mit dem Auto rüber zum Flughafen und half mir sogar noch beim Ausladen. Das Auto schaute er sich zum Glück nicht so genau an, denn der Weg zum Refugio hinterliess seine Spuren. Da haben wir die Versicherung der Scheiben und Reifen wieder. ABSCHLIESSEN!
Am Flughafen
war es noch zu früh, um einzuschecken und so nahm ich mir die Zeit, endlich mal
wieder einen Kaffee zu trinken.
Ich musste ja noch auf eine Frau warten, die mir einen Hund für's Handgepäck
bringen wollte. Die Familie wartete schon ganz sehnsüchtig in München. Um 9:30
Uhr sollte mein Flieger gehen und als ich am Flughafen war, war es kurz vor 7:00
Uhr. Plötzlich klingelte mein Telefon. Das kannte ich doch irgendwoher. Die Frau
mit dem Hund war dran und meinte, ihr Auto würde nicht anspringen, sie würde
jedoch ein Taxi rufen und gleich kommen. Ich solle bitte warten. Das tat ich
dann auch. Leider ewig. Der Frühverkehr hielt sie auf und so checkte ich dann um
kurz nach 8:00 Uhr doch schon mal ein. Es wurde ja auch so langsam Zeit, denn
Ninjo musste ja noch am Sperrgepäck abgegeben werden. Auf dem Weg zum Schalter
kam mir dann auch eine kleine Tasche samt kleinem Inhalt entgegen. Ich war
erleichtert und ging entspannt zum Sperrgepäckschalter. Da war nur leider kein
Mensch. Ich wartete 20 Minuten, bis sich endlich jemand für mich zuständig
fühlte. Dieser griff jedoch erstmal zum Telefon, setzte sich hin und las seine
Zeitung. Englisch sprach er leider nicht und so rief ich einen Bekannten an und
bat zu übersetzen. Mir wurde dann erklärt, dass erst jemand von der
Fluggesellschaft kommen muss, um beim Durchleuchten der Box dabei zu sein. Ich
wartete also wieder. Die Zeit wurde doch langsam knapp und Boarding Time war in
5 Minuten. Ich wurde unruhig und rannte zum Büro der Fluggesellschaft. Schon
wieder war jemand beim Kaffeetrinken. Am Flughafen Málaga sollte man
arbeiten! Ich habe also wild auf den Mann in Englisch eingeredet. Der hat
natürlich kein Wort verstanden. Spanisch fluchen kann ich nicht, also packte ich
ihn, rannte mit ihm an der Hand los, fluchte auf Deutsch vor mich hin und
stellte ihn an diesen blöden Apparat. Spätestens jetzt verstand auch er, was ich
wollte. Das Ganze musste jetzt recht schnell gehen. Also Ninjo aus der Box raus,
Box durchleuchtet, Ninjo wieder rein (sorry mein Engel) und zum Zoll gerannt. Da
noch schnell die Tasche meines Handgepäck-Hundes durchleuchten lassen und ab in
den Flieger. Hinter mir wurden die Türen geschlossen und schon ging es
los. Ich hatte kein gutes Gefühl wegen Ninjo, doch ich konnte jetzt nichts mehr
ändern.
Total verheult und verschwitzt liess ich mich in meine eigene Reihe fallen. Die
wussten schon wieso, doch das merkte ich erst Zuhause.
Den Flug habe ich geschlafen und so waren wir extrem schnell in München. Gepäck
geholt und dann zur Sperrgepäck-Ausgabe. Alle bekamen ihre Sachen und auch die
zweite grosse Box kam, doch nirgendwo war meine Box zu sehen. Die Bänder wurden
abgeschaltet und ich bekam Angst. Eine Frau von der Condor kam vorbei und ich
sagte ihr, dass mein Hund nicht da sei. Sie bat mich in ihr Büro und funkte die
Herren vom Rollfeld an, um zu fragen, wie viele Boxen in dem Flieger waren. Die
Antwort war zuviel für mich. "Eine". Ich brach erstmal zusammen. Immerhin war
ich schon seit 10 Stunden auf den Beinen, hatte einigen Stress hinter mir und
dann ist mein Hund nicht da, auf den ich so lange gewartet hatte.
Der Handgepäck-Hund wurde inzwischen zu seinen Besitzern gebracht und ich saß
total verstört und am ganzen Körper zitternd in diesem Büro. Eine Stunde war
seit der Landung vergangen und keiner wusste, wo Ninjo war.
Plötzlich kam per Funk die Meldung "Wir haben da ne Box gefunden. Die stand noch
auf dem Rollfeld. Wir bringen die jetzt mal hoch!" Auf dem Rollfeld!!!! Mein
armer Hund! Mit Menschen kann er doch nicht so viel anfangen und dann noch der
Krach auf dem Rollfeld, abgesehen von den vielen unbekannten Dingen um ihn
herum. Ich wusste nicht, ob ich jemanden anschreien oder einfach nur weinen
sollte. Ich tat nichts von Beidem, denn als ich die Box sah, war ich einfach nur
erleichtert.
Ich wollte nur noch Heim, also Ninjo schnell wie möglich ins Auto gepackt und ab
nach Hause.
Meine Hündin und er verstanden sich von Anfang an super. Er suchte die Nähe zu
ihr und sie gab ihm die Sicherheit. Langsam fruchtet das Training auch und
Ninjo nähert sich mir. 2 Jahre ohne grossen Menschenkontakt haben ihn einfach
geprägt.
Jeden Tag sehe ich in seine Augen und bereue mal wieder keine einzige Sekunde.
Dieser Hund war es wert und Andújar ist es sowieso jedes mal wieder.
Im Oktober sind Gaby und ich wieder da und werden neue Erfahrungen mitbringen.
Bis dann,
Anja

Ach, man merkt übrigens erst nach dem Duschen, wieso man im Flugzeug eine Reihe für sich hatte. ;-)