REISEBERICHT 3

Reisebericht Andujar vom 24.04. - 27.04.2008

 

Donnerstagmorgen, 24.04.2008, 07:00 Uhr, es ist regnerisch und kühl, fährt

das Team von viva-animal in Friedrichshafen (Bodensee) los. Nach ca. 30 Sekunden Fahrt ist bereits die erste Pause angesagt, um Käsekuchen und Gipfeli einzukaufen. Nun kann es aber wirklich losgehen. Wir fahren durch ein graues Süddeutschland nach München, wo wir durch einen etwas mürrischen Taxichauffeur erwartet werden. Angeblich habe er eine Stunde auf uns warten müssen. Naja, wir sind jetzt da, haben das Auto parkiert und der gute Mann fährt uns zum Flughafen. Hier kurz mal eingecheckt und das Flugzeug bestiegen. Mit der Air Berlin geht es nun via Palma die Mallorca nach Malaga.

 

Malaga erwartet uns mit strahlend blauem Himmel und ca. 27 Grad Aussentemperatur. Während das Team-Männchen auf das Gepäck wartet, kämpft das Team-Frauchen mit einem Getränkeautomaten. Nach erfolgtem aber aussichtslosem  Kampf kehrt sie mit dem Kleingeld aber ohne Getränke zurück. Zu ihrer Freude ging es ihrem Nachfolger am Automaten auch nicht besser. Super Start…….

 

Als wir dann in die Flughafenhalle traten, begrüsste uns eine hüpfende, wild winkende und vor Freude strahlende Marga. Man hätte meinen können, dass wir uns schon lange kennen würden. Es war auf jedenfall  eine äusserst herzliche Begrüssung und wir fühlten uns auf Anhieb sehr wohl. Marga chauffierte uns dann durch Wälder von Olivenbäumen (es waren wohl Milliarden Bäume) zum 250 Kilometer entfernten Andujar.

 

Nach nochmals 2 Stunden Fahrt waren wir endlich da. Wir lernten dann den Ehemann von Marga, Juanji, kennen. Zusammen bezogen wir die Gästewohnung, um diese gleich wieder zu verlassen. Es musste ja noch etwas eingekauft werden. Auf dem Weg zum Einkaufszentrum hielten wir kurz an und eine vor Freude strahlende Marga zeigte uns von Weitem das neue im Bau befindliche Refugjo. Nach dem Einkaufen ging es dann wieder zur Unterkunft, wo um 23:00 Uhr ein Schlemmeressen im Mikrowellen-Gerät zubereitet wurde. Müde gings nun ins Bett, die Gedanken aber bereits beim nächsten Tag.

 

Erwähnenswert ist ein Erlebnis im Einkaufszentrum. Leider ist es immer noch so, dass Welpen im Tiergeschäft verkauft werden. Wir sahen da drei kleine Hunde, die in einem Aquarium zum Verkauf angeboten wurden. Der eine Hund sass ganz alleine in einer Ecke seines eigenen Glasgefängnisses und starrte traurig vor sich hin. Schockiert und an die Welpen denkend gingen wir schliesslich zum Auto. Wir konnten den Tieren nicht helfen.

 

Freitag, 25.04.2008, 10:00 Uhr, holt uns Marga ab. Bewaffnet mit Gummistiefeln und Regenhosen gings zuerst zum neuen Tierheim. Dort zeigte uns eine stolze Marga  das Areal und das neue Gebäude. Wir sind begeistert, was die Leute  aufgebaut haben. Es ist einfach spitze.  Wir sind sicher, dass sich die Tiere da wohlfühlen werden. Hoffentlich kann das neue Tierheim rasch möglichst eröffnet werden.

 

Mit uns tollten zwei junge Podencos auf dem Areal rum. Wie sich aber  herausstellte, waren es keine Streuner. Sie gehörten einer in der Nähe wohnhaften Familie. Wir waren froh darüber und konnten die beiden ohne schlechtes Gewissen zurücklassen. Natürlich gab es von Juanji trotzdem noch Wasser und Futter. Man will ja nicht so sein.

 

Es ging nun zur Perrera. Laut bellend wurden wir begrüsst. Die Zwinger waren gut belegt und die Hunde freuten sich auf die nun kommende Abwechslung.  Wir schauten uns um und sahen in viele hoffnungsvolle Gesichter. Marga sagte uns, dass für viele der Tiere bereits ein Platz gefunden worden sei. Das war schön zu hören. Es machte es etwas leichter in die Gesichter zu schauen. Die Tiere waren ja trotzdem hinter Gitter und warteten jeden Tag darauf endlich einen Platz  bei einer Familie zu finden. Nun ja, es ging los. Wasserfest gekleidet nahmen wir die Arbeit auf. Fleissig  wurden die Zwinger gereinigt und die Hunde ärztlich versorgt. Das Ganze spielte sich bei ca.  30 Grad Aussentemperatur ab und war dementsprechend anstrengend. Leider kam es noch zu einer Beisserei. Ein Hund wurde dabei erheblich verletzt. Marga verarztete das Hundchen aber fachgerecht und es sah schliesslich nicht mehr so schlimm aus.

 

Perez, das Patenhundchen des Team-Männchens haben wir auch angetroffen. Er ist sehr scheu und lässt sich nicht anfassen. Zusammen mit Angeline haben wir aber ein Treffen mit ihm veranstaltet. Mit Würstchen angelockt, konnten wir einige schöne Fotos von Perez machen.  Wir wünschen dem Opa noch viele schöne Jahre und ein gutes Leben im neuen Tierheim. Hoffentlich kann er bald dahin umziehen.

 

Nach getaner Arbeit, die Knochen taten weh, kehrten wir zur Wohnung zurück. Kurz geduscht und knapp ausgeruht, da stand bereits Marga wieder vor der Türe. Nun gings zu ihr nachhause. Juanji hatte original Paella gekocht. Hungrig stürzten wir uns darauf. Es schmeckte lecker und die Pfanne wurde fast leer geputzt. Es war sehr gemütlich auf ihrem Balkon und wir genossen die Ruhe.

 

Marga und Juanji hielten aber noch eine Ueberraschung für uns bereit. In Andujar war ein grosses Fest im Gange. Alle waren auf den Beinen. Ein Umzug wurde veranstaltet, etwa tausend Pferde nahmen daran teil. Ueberall waren die Leute am Essen, Trinken und Feiern. Obwohl Marga und Juanji nie an dieses Fest gehen, kamen sie mit uns mit und spielten Fremdenführer. Wir hatten grossen Spass zusammen und lernten dabei auch die Verwandtschaft unserer Gastgeber kennen.  Es sind alles sehr herzliche Leute und wir fühlten uns sofort aufgenommen. Auch dieser Tag ging aber mal zu ende. Schnell nachhause und todmüde ins Bett gefallen. Was bringt wohl der nächste Tag?

 

Samstag, 26.04.2008, 09:00 Uhr, wurden wir wieder von Marga abgeholt. Es ging direkt zur Perrera, wo die Arbeit wieder von vorne begann. Wir putzten wie die Wilden und schauten, dass sich die Hunde einigermassen wohlfühlen konnten. Es gab auch viele Streicheleinheiten und die Hunde dankten es mit lautem Gebell und Schwanzwedeln. Wir verbrachten den ganzen Tag bei den Hunden. Es gab viel Arbeit. Mit vereinten Kräften wurde sie aber bewältigt. Obwohl es anstrengend war, fühlte man sich gut. Als wir am Abend nachhause gingen, waren wir sicher, dass wir alle was Gutes gemacht hatten. Immer an die Tiere denkend und für sie alles gebend.

 

Den Abend verbrachten wir wieder bei Marga und Juanji. Juanji hat erneut ein Festessen gekocht und wir stürzten uns wieder hungrig darauf. Im Laufe des Abends kamen noch Ana und Ricardo dazu und wir sassen alle auf dem Balkon bei Marga und Junaji. Ana und Ricardo sind ebenfalls Tierschützer und Mitglieder des Vereines in Spanien. Dreisprachig unterhielten wir uns prächtig. Auch Margot und Micky (Hund und Katze) hatten Spass. Der Besuch brachte auch drei tierische Kollegen mit und so gings dann rund auf dem Balkon. Leider ging dieser Abend viel zu schnell vorbei und der Heimweg wurde angetreten. Erneut müde aber zufrieden gings ins Bett. Es war unser letzter Abend in Spanien.

 

Sonntag, 27.04.2008, 07:30 Uhr, Abfahrt in Andujar Richtung Malaga. Dort wurden wir um 10:00 Uhr erwartet. Zwei Tierschutzorganisationen trafen am Flughafen ein und übergaben uns 4 Katzen und zwei Hunde. Als Flugpaten hatten wir das Vergnügen die Tiere nach Deutschland mitzunehmen. Am Flughafen ging alles glatt. Alle waren pünktlich zur Stelle und somit konnte es losgehen. Etwas traurig nahmen wir Abschied von unseren Gastgebern. Mit dem Versprechen, dass wir wieder kommen würden, verliessen wir die Halle und begaben uns zum Flugzeug. Pünktlich gings los und knapp 3 Stunden später waren wir bereits wieder in München. Diesmal schien auch hier die Sonne und machte uns die Rückkehr nicht so schwer. Kaum angekommen hatten wir unser Gepäck bereits erhalten. Ebenso wurden die Tiere schnell zum Gepäckraum gebracht. Im Wissen, dass vor der Glastüre einige Familien auf ihren tierischen Zuwachs warten würden, traten wir in die Flughafenhalle. Wahrscheinlich freuten wir uns genauso wie die Familien. Strahlend wurden wir von den Leuten begrüsst. Schnell wurden die Tiere aus ihren Flugboxen geholt und konnten dann von den neuen Frauchen und Herrchen in die Arme genommen werden. Es war toll dies miterleben zu dürfen.

 

Im Wissen, dass man mithelfen konnte einigen Tieren ein schönes zuhause zu geben, fuhren wir mit dem Taxi zurück zum parkierten Auto. Um 21:30 Uhr, kamen wir wieder am Bodensee an und die Reise war somit abgeschlossen. Eine Reise die mit Sicherheit unvergesslich bleiben wird.

 

Zum Schluss möchten wir unseren Gastgebern, Marga und Juanji herzlich danken. Sie haben uns ihre Zeit geopfert und uns verwöhnt. Auch möchten wir ihnen danken, dass sie sich unermüdlich für die Tiere einsetzen und alles tun, damit es den Vierbeinern gut geht.  Wir wünschen ihnen Glück und freuen uns darauf, sie bald wieder sehen zu dürfen.

 

Das Team von viva-animal

 

PS: Das Team in Andujar ist jederzeit über allfällige Futter- und/oder Geldspenden dankbar. Die Tierarztkosten sowie die Baukosten für das neue Tierheim sind sehr hoch und müssen durch die Tierschützer selber getragen werden.